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Baden-Württemberg braucht mehr Wohnraum
16.04.2004

Baden-Württemberg braucht mehr Wohnraum

Freiburg, 14.4.2004. Jedem Einwohner Baden-Württembergs steht statistisch von Jahr zu Jahr mehr Wohnfläche zur Verfügung. 40,7 Quadratmeter Wohnfläche sind es heute, fast zehn Prozent mehr als noch 1987. Mal nimmt die Wohnfläche im Eigenheimbau zu, mal steigt sie im Mehrfamilienhausbau. Trotz des erreichten Niveaus sind beim Wohnflächenverbrauch noch keine Sättigungsgrenzen erkennbar. Der Vergleich mit der Schweiz oder den USA zeigen, wohin die Tendenz geht. Die Pro-Kopf-Wohnfläche liegt in der Schweiz bei über 50 Quadratmetern, in den USA bei über 60 Quadratmetern.

Steigt der Bedarf an Wohnfläche in den nächsten elf Jahren um vier Quadratmeter je Einwohner an, wie der vbw berechnet, so müssten bis 2015 rund 475.000 Wohnungen mit je 90 Quadratmetern Wohnfläche entstehen, allein, um den erhöhten Wohnflächenverbrauch zu decken. Steigende Haushaltszahlen nicht einbezogen. Experten rechnen zudem damit, dass jährlich zwischen 0,3 % und 1 % der bestehenden Wohnungen durch Umnutzung, Zusammenlegung oder Rückbau verschwinden. Für Baden-Württemberg bedeutet dies jährlich einen Schwund von mindestens 23.000 Wohnungen. Insbesondere Groß- und Universitätsstädte sowie Ballungszentren spüren heute bereits eine zunehmende Verknappung an Wohnraum. Diesem Defizit muss sich die Politik stellen; die Kommunen müssen es ausbaden "Der Ausweis von Bauland darf kein Geldbeschaffungsinstrument sein", fordert Gerhard A. Burkhardt, Präsident des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen e.V. Kaufwerte für baureifes Land lagen in Baden-Württemberg in den Jahren 1996 bis 2001 mit 150 Euro je Quadratmeter um fast 80 Prozent über den Vergleichszahlen anderer westdeutscher Bundesländer. Das zweitteuerste Flächenland Bayern folgt mit 122 Euro je Quadratmeter. "Der Grundstückspreis gehört heute zu den Hauptkosten beim Bauen", so Burkhardt. "Wären die Preise moderater, würde sich der Wohnungsbau in einigen Regionen wieder lohnen", ist er überzeugt. In der Folge würde sich der Mietwohnungsmarkt entspannen.

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