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Wohnungswirtschaft tagt zum Thema Betriebskosten-Benchmarking
06.10.2003

Wohnungswirtschaft tagt zum Thema Betriebskosten-Benchmarking

Baden-Baden, 24.09.2003. In Deutschland betragen die Mietnebenkosten mittlerweile 30 bis 50 Prozent der Grundmiete. 25 Prozent waren es noch vor fünf Jahren. Die "Zweite Miete" ist in den 90er Jahren in Westdeutschland etwa drei Mal so schnell gestiegen wie die Lebenshaltungskosten. Allein die Preise für Trink- und Abwasser sind seit 1991 in Baden-Württemberg um 68 Prozent gestiegen.

Wohnqualität erhöhen - Mietnebenkosten senken, das will die Wohnungswirtschaft im Land und beschäftigt sich mit diesem Thema am 24. und 25.09. bei den Baden-Badener Tagen der Wohnungswirtschaft, einer Veranstaltung des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen. Der Schlüssel dazu ist das Betriebskosten-Benchmarking, das den Wohnungsunternehmen Vergleichszahlen aus dem eigenen Unternehmen aber auch zwischen verschiedenen Unternehmen, Regionen und Gemeinden liefern soll. Einfluss haben die Unternehmen auf etwa ein Drittel der Mietnebenkosten. Die restlichen zwei Drittel hängen vom individuellen Verbrauch der Bewohner ab oder unterliegen den Gebührenfestlegungen der Kommunen oder der Versor-gungsträger. Zur "Zweiten Miete" gehören insbesondere die Grundsteuer, Wasserversorgung und Entwässerung, Heiz- und Warmwasserversorgung, Aufzugskosten, Straßen-, Schornstein- und Hausreinigung sowie Müllabfuhr, Gartenpflege, Beleuchtung, Sach- und Haftpflichtversicherungen, Hauswart, Gemeinschaftsantennen oder Breitbandkabelanlagen, maschinelle Wascheinrichtungen. "Der Wohnungswirtschaft liegt sehr daran, die Mietnebenkosten auf niedrigem Niveau zu wissen. Die Mieter betrachten die zusätzliche finanzielle Belastung rund ums Wohnen in der Regel zusammen mit der Grundmiete als Einheit", sagt Gerhard A. Burkhardt, Präsident des vbw. Dabei werde übersehen, dass die Wohnungsunternehmen lediglich als Inkassobüro für die Leistungsanbieter wie Strom- und Wasserwirtschaft fungieren. Mit einem bundesweiten, verbandsübergreifenden Vergleich der Kosten für jede Wohnung und Einzelposition wollen die Wohnungsunternehmen hohen Mietnebenkosten in ihren Wohnanlagen auf den Grund gehen. Beim sogenannten Benchmarking - dem Einzelvergleich - zeigen sich Schwachstellen, die durch Ver-haltensänderung, durch neue Vertragsgestaltung mit Lieferanten und Leistungs-anbietern sowie durch verbessertes Material ausgemerzt werden können. Das Prinzip lautet, vom Besten zu lernen. Das Datenmaterial soll aber auch als Argu-mentationsbasis gegen die Erhöhung etwa kommunaler Abwasser- und Müllgebühren dienen. Zeitintensiv waren die Vorbereitungen für das Betriebskosten-Benchmarking, da die inhaltlichen Grundlagen, die EDV-Schnittstellen aller Programme und das Netzwerk erst erstellt werden mussten. Erste Erfahrungen aus einem Projekt in Sindelfingen werden bei der Baden-Badener Fachtagung vorgestellt. Ziel des vbw ist es, dass sich in den nächsten Monaten ein großer Teil der 300 Mitgliedsunternehmen im Lande am Betriebskosten-Benchmarking beteiligt. Seit einigen Jahren läuft bereits ein Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg. Die Er-gebnisse, die der Betriebskostenvergleich dort erbracht hat, können sich sehen lassen: Durch geeignete Maßnahmen konnten die Mieter der teilnehmenden Wohnungsunternehmen um durchschnittlich 120-250 Euro pro Jahr entlastet werden.
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