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| Staat fördert Hollywoodfilme stärker als Familie und Eigenheim |
11.08.2003
Staat fördert Hollywoodfilme stärker als Familie und Eigenheim
Stuttgart, 8.8.2003. Baden-Württemberg liegt im Bereich der Wohnungsversorgung bei den wichtigsten Indikatoren deutlich unter den Vergleichswerten der anderen westlichen Bundesländer. So entfallen etwa auf 1.000 Einwohner in Baden-Württemberg lediglich 444 Wohnungen. Das sind weniger als in jedem anderen Bundesland. "Deutschland und insbesondere Baden-Württemberg brauchen den Erhalt der Eigenheimzulage", fordert Gerhard A. Burkhardt, Präsident des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen e.V., in einem Schreiben an die Landesregierung angesichts der andauernden Debatte um den Subventionsabbau.
Nachweislich liegt die Lebensqualität in Baden-Württemberg in vielen Bereichen über dem Bundesdurchschnitt, wie eine Untersuchung des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung, Tübingen, kürzlich ermittelte. Das gilt jedoch nicht für die Wohnungsversorgung, begründet Burkhardt seine Forderung. Wohnen im Südwesten ist teuer. Die Preise für baureifes Land lagen hier in den Jahren 1996 bis 2001 mit durchschnittlich knapp 150 Euro pro Quadratmeter um fast 80 Prozent über den Vergleichszahlen in Westdeutschland. Der Bundesdurchschnitt von 71 Euro pro Quadratmeter wurde sogar um mehr als das Doppelte übertroffen. Selbst das zweitteuerste Flächenland Bayern folgt mit 122 Euro pro Quadratmeter erst in deutlichem Abstand. "Was nützt uns in Baden-Württemberg die Diskussion um Leerstände in den neuen Ländern und die Aussage des Bundesfinanzministers, dass der Wohnungsmarkt in Deutschland ausgeglichen ist, wenn in den Ballungsgebieten und Universitätsstädten im Land Wohnungsengpässe immer spürbarer werden?" fragte Burkhardt. Es könne und dürfe nicht sein, dass in Deutschland zwar die Produktion von Hollywood-Filmen und der Schiffsbau in Korea über Beteiligungsgesellschaften steuerlich gefördert werde, der Erwerb von Wohneigentum hingegen keine Förderung mehr erfahren soll. Statistische Zahlen belegen, dass in Baden-Württemberg in den nächsten zwanzig Jahren mit nach wie vor steigendem Wohnraumbedarf zu rechnen ist. Allein der Schwund durch Abriss, Umwidmung, Zusammenlegung übersteigt heute bereits die Neubauproduktion. Jeder Euro, der in den Wohnungsbau gesteckt wird, löst bis zum Achtfachen Folgeinvestitionen aus. Die sich daraus ergebende Umsatzsteuer und Körperschaftssteuer ist den Aufwendungen für die Eigenheimzulage gegen zu rechnen. Ein Fördereuro im Eigenheimbau bringe dem Staat insgesamt etwa zwei Euro Steuereinnahmen ein. "Die Abschaffung der Eigenheimzulage ist schon allein deshalb aus der Sicht des Landes Baden-Württemberg unbedingt zu verhindern", ist Burkhardt überzeugt. Eine sachgerechte Neugestaltung und gegebenenfalls auch Regionalisierung der Eigenheimzulage wäre für den Präsidenten des vbw aber durchaus denkbar. Er stehe zum konstruktiven Dialog bereit, betont Burkhardt.
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