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16.10.2002
Kürzung der Eigenheimzulage ist das falsche Signal
Stuttgart, 15.10.2002. "Die Kürzung der Eigenheimzulage auf eine reine Kinderzulage beim Kauf einer Immobilie ist das falsche Signal zur falschen Zeit", ist Gerhard A. Burkhardt, Präsident des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen überzeugt.
Der Wohnungsneubau nimmt in Baden- Württemberg seit über sieben Jahren rapide ab. Nach den Zahlen der im Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen zusammengeschlossenen Unternehmen schrumpfte der Mietwohnungsneubau in dieser Zeit auf ein Drittel zusammen. Auch die Zahl der zum Verkauf bestimmten Neubauobjekte halbierte sich. "Wenn die Bundesregierung nun auch noch die Eigenheimzulage angreift, trifft dies vor allem junge Familien und Geringverdiener, die bisher von der Eigenheimförderung profitierten" warnt Gerhard A. Burkhardt. Der Wohnungsneubau finde heute schon nur noch auf einem völlig unzureichenden Niveau statt. Er würde weiter zusammenbrechen, sollte die Eigenheimzulage gekürzt oder gestrichen werden. Im Jahr 2001 wurden in Baden-Württemberg insgesamt nur 37.735 Wohnungen in Wohngebäuden fertiggestellt. Die Eigenheimzulage richtet sich bisher insbesondere an Familien mit Kindern und an Geringverdiener. Eine vierköpfige Familie kann derzeit insgesamt 32.720 Euro Eigenheimzulage im achtjährigen Förderzeitraum erhalten. "Für mindestens ein Viertel aller Eigentumserwerber entscheidet dieser Betrag über den Wohnungserwerb", so Burkhardt. Nach den geplanten Veränderungen reduziert sich der Gesamtförderbetrag für eine vierköpfige Familie auf 19.200 Euro. Die Eigenheimförderung ist für den Staat volkswirtschaftlich betrachtet letztlich ein Gewinn. Der Bau einer 200.000 Euro teuren Wohnung löst Folgeinvestitionen von etwa 460.000 Euro aus. Dies sichert nicht nur den rund 111.000 in Baden-Württemberg Beschäftigten im Bauhauptgewerbe den Arbeitsplatz. Es kommt auch den etwa 60.000 Handwerksbetrieben zugute, die rund um den Hausbau tätig sind. Es stehe in der sozialen Verantwortung der Bundesregierung, dafür Sorge zu tragen, dass sich mehr Menschen in Deutschland Wohneigentum leisten können. Nicht zuletzt zähle der Immobilienbesitz zu einer der tragenden Säulen der Altersvorsorge. "Die Eigenheimzulage stärkt die Geringverdiener, die Betriebe und nicht zuletzt die Kommunen im Land. Sie abzuschaffen, ist sozial- und wirtschaftspolitisch kontraproduktiv", so Burkhardt.
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