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Wohnungswirtschaft im Land steigert die Investitionen in Neubau und Bestand
10.07.2002

Wohnungswirtschaft im Land steigert die Investitionen in Neubau und Bestand

Im bundesweiten Vergleich der Wohnungswirtschaft beweisen die Wohnungsunternehmen in Baden-Württemberg trotz zunehmend schwierigerer Rahmenbedingungen Stärke. Dies zeigt die alljährlich vom Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) ermittelte Statistik.

Über eine Milliarde Euro investierten die 296 Mitgliedsunternehmen des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen im vergangenen Jahr in den Neubau sowie in die Modernisierung und Sanierung ihres Wohnungsbestandes. Seit dem negativen Trend Mitte der 90er Jahre lässt sich damit eine Stabilisierung und allmählich einsetzende Steigerung des Investitionsvolumens ausmachen. Mehr als ein Drittel der rund 330.000 von vbw-Mitgliedsunternehmen bewirtschafteten Wohnungen in Baden-Württemberg wurden bereits vor 1960 erbaut. "Die Modernisierung des Wohnungsbestandes ist damit eine wichtige Herausforderung, der sich die Wohnungswirtschaft im Lande bereits seit über zehn Jahren intensiv widmet", so Gerhard A. Burkhardt, Präsident des vbw. Trotz der 11%igen Umlagemöglichkeit auf die Mieter könnten Modernisierungskosten aber nur eingeschränkt weitergegeben werden. Das hindere die Unternehmen, in noch höherem Umfang ihre Wohnungsbestände den sich verändernden Wohnbedürfnissen anzupassen. Während die Wohnungsunternehmen im Gebiet der alten Bundesländer durchschnittlich eine Leerstandsquote von 3,2 % (nur alte Bundesländer) verkraften müssen, stehen bei den vbw-Mitgliedern lediglich 2,3 % des Wohnungsbestandes leer. Von diesen Leerständen ist jedoch nur ein Drittel strukturbedingt. Die restlichen zwei Drittel ergeben sich hauptsächlich durch Instandsetzungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen. In strukturschwächeren Regionen wie im Nordschwarzwald, im Neckar-Odenwald-Kreis oder im Ostalbkreis liegt die Leerstandsquote teils erheblich höher zwischen 6 bis 8 %. Hier wirken sich ökonomische und demographische Veränderungen spürbar auf den Wohnungsmarkt aus. Ballungszentren sind von diesem Trend in der Regel nicht betroffen. Im Gegenteil, in diesen Regionen besteht beispielsweise im Segment der günstigen Mietwohnungen aber auch im Hochpreis-Segment bereits heute eine kaum erfüllbare Nachfrage. "Es ist wichtig, dass die Politik die Rahmenbedingungen verbessert und nicht verschlechtert", so Burkhardt. Er denke dabei beispielsweise an die Freistellung von der Grunderwerbsteuer bei Fusionen im Bereich der Wohnungswirtschaft. Durch die Grunderwerbsteuer werde systematisch verhindert, dass sich kleinere Unternehmen zu betriebswirtschaftlich sinnvollen Unternehmensgrößen zusammenschließen. Diese Steuer sei auch nicht mit der heute überall geforderten Mobilität der Arbeitnehmer zu vereinbaren. Sie belaste die "Transaktionskosten" mit gut einem Drittel. Bauland in Ballungsgebieten müsste ebenfalls verstärkt ausgewiesen werden, wenn der Wohnungsmangel nicht in Wohnungsnot umschlagen solle.
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