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29.03.2001
Facility Management fordert neue Denkweisen
Facility Management wird als Zukunftskonzept die Immobilienwirtschaft entscheidend mitbestimmen. "Das Konzept erfordert neue Denkweisen, die die Wohnungswirtschaft positiv verändern werden", prognostizierte Gerhard A. Burkhardt, Präsident des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen e.V., auf der Frühjahrstagung des Verbandes. "Praxis des Facility Managements - auch für mittelständische Unternehmen", lautete das Tagungsthema am 21. und 22. März in Stuttgart. Veranstalter war die AWI Akademie der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Baden-Württemberg GmbH. Experten aus Wissenschaft, Bankwesen und Wirtschaft referierten und diskutierten mit den rund 140 Tagungsteilnehmern die Möglichkeiten, Chancen und Risiken des modernen Management-Ansatzes.
"Die effiziente Umsetzung des ganzheitlichen Konzeptes bedarf anfangs vor allem finanzieller und zeitlicher Investitionen", machte Prof. Dr. Hansjörg Bach, Studiengangleiter Immobilienwirtschaft der Fachhochschule Nürtingen, in seinem Vortrag deutlich. Erst wenn Maße, Anlagen, Technik, Verträge und Prozesse rund um die Immobilie bekannt sind, lassen sich Leistungen betriebswirtschaftlich sinnvoll anbieten und verbessern. Dann können Kernkompetenzen gesteigert, Prozesse optimiert und neue Geschäftsfelder bearbeitet werden. Sogenannte CAFM-Systeme (Computer Aided Facility Management Systeme) erleichtern die Erfassung, Verwaltung, Verknüpfung und Nutzung aller Daten der zu betreuenden Immobilien und Liegenschaften. Diese Computerprogramme machen Benchmarking erst möglich. Denn mittels zahlreicher Verknüpfungen zur wohnungswirtschaftlichen Software sind damit schnell alle Daten beispielsweise über Nutzflächen, energetischen Verbrauch, Gebäudeleittechnik oder über zu reinigende Fensterfronten übersichtlich aufrufbar. Sie lassen sich nicht nur wie bisher als Tabelle, sondern beispielsweise auch als Grundrissplan des Gebäudes visualisieren. Die Referenten demonstrierten anhand eines CAD-Informationssystems, wie sich beispielsweise die Nutzung einer Immobilie durch einfaches Verschieben von Wänden auf der Grundrissabbildung optimal planen und gestalten lässt. Das System passt nicht nur den Flächenplan selbst an, sondern ändert automatisch auch alle damit verbundenen Daten, so dass sofort die neuen Maße von Raumgröße, Fensterzahl und Stromanschlüssen angezeigt wird. Allein durch die vorgegebene Datenerfassung verhinderten CAFM-Systeme, dass entscheidende Daten vergessen werden könnten. Sie seien aus der modernen Immobilienwirtschaft kaum mehr wegzudenken. Ein weiteres zentrales Thema waren Facility Management Leistungen für Dritte. Insbesondere die Kommunen öffneten sich derzeit den Offerten privater Facility Management Anbieter. Für die Immobilienwirtschaft biete sich hier ein weiteres Geschäftsfeld mit großem Potenzial. Allerdings seien aus Kostengründen Kooperationen einem Alleingang als Komplettanbieter vorzuziehen. Immer neue Dienstleistungen runden das Facility Management ab. Erfahrungen der Referenten aus der Wohnungswirtschaft zeigten, dass die Kunden, die mit dem Kernangebot zufrieden sind, Sekundärleistungen wie Servicekarten, Hausmeister-Services, Umzugsdienste, Mieterzeitschriften und -feste, Fast-Internet-Anschluss und Car-Sharing gerne annehmen. Diese Leistungen fördern nicht zuletzt die Kundenbindung an das Immobilienunternehmen.
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