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Lust auf Leben, Lust auf Wohnen
Vielfalt neuer Wohnformen für den dritten und vierten Lebensabschnitt

Teil 1: Selbstbewusst leben im Alter
Demographischer Wandel und Wohnungswirtschaft

Teil 3: Qualität mit Brief und Siegel
Stadtsiedlung Heilbronn - so individuell wie das Leben

Teil 4: Betreutes Wohnen in Stuttgart-West
Teil 5: Alt und Jung unter einem Dach
Brückenschlag zwischen den Generationen

Teil 6: Ein Haus mit eigenem Charakter
Betreutes Wohnen mitten in Nürtingen


Lust auf Leben, Lust auf Wohnen
Vielfalt neuer Wohnformen für den dritten und vierten Lebensabschnitt

Die Veränderung der Altersstruktur unserer Bevölkerung wird derzeit viel diskutiert. Es gibt heute mehr alte als junge Menschen in Deutschland. Aber wer ist eigentlich alt? Den oder die "Alten” gibt es nicht, höchstens als Grenzwert der Statistiker.

Aber mit der steigenden Zahl so genannter Senioren interessieren mehr und mehr deren Wünsche, Hoffnungen, Perspektiven für den dritten und vierten Lebensabschnitt. So unterschiedlich das bisherige Leben war - so unterschiedlich sind die Ideen für die Zukunft. Ein paar Dinge verbindet diese Generation jedoch. Der Tag hat ein anderes Zeitgefüge und das soziale Umfeld verändert sich. Dreh- und Angelpunkt ist die eigene Wohnung. Jetzt wird richtig gewohnt und nicht nur geschlafen zwischen Arbeit, Freizeit und anderen außerhäuslichen Aktivitäten.

Altwerden mit dem Partner, von lieben Menschen umsorgt sein - wer wünscht sich das nicht? Der Ruhestand ist jedoch häufig eine Zeit des Umbruchs. Es gibt heute bereits mehr Singles bei den Senioren als bei den jungen Erwachsenen. In den Städten und Gemeinden verändern sich die Nachbarschaften. Den Laden um die Ecke gibt es nicht mehr. Vertraute Menschen ziehen weg. Es wird stiller um einen herum, nicht zuletzt, weil die Mobilität nachlässt.

Lust auf Leben: Sich Zuhause einzuigeln mit Fernsehen, Lesezirkel und Essen auf Rädern erscheint vielen Senioren als keine erstrebenswerte Perspektive für den bewussten Umgang mit der eigenen Biographie im dritten oder vierten Lebensalter. Tapetenwechsel - ein Glücksfall wenn es Wohnalternativen im eigenen, im gewohnten Stadtteil gibt, die mehr Selbständigkeit, Sicherheit und vor allem neue Möglichkeiten der Nachbarschaft sowie des gesellschaftlichen Miteinanders eröffnen.

Das Siedlungswerk Stuttgart baut in der Tradition eines gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmens bereits seit mehr als 30 Jahren Seniorenwohnungen. 2.000 sind es mittlerweile.
Gemeinwesenorientierung steht im Mittelpunkt und da sich die Generation der Älteren stets verändert, wurde immer wieder Neues eingeführt und Bestehendes weiter entwickelt.

Waren es in den 70er und 80er Jahren, ausgehend von der Landeshauptstadt Stuttgart, altersgerecht ausgestattete Wohnungen in Neugereut, Feuerbach und Weilimdorf, wurde bereits Anfang der 90er Jahre mit der "Villa Berg” Betreutes Wohnen als kombiniertes Wohn- und Dienstleistungsangebot erprobt. Auch auf Bundesebene hat das Modellprojekt "Haus am Weinberg” in Stuttgart-Obertürkheim als "Servicehaus - Wohnen mit gesicherter Pflege" hohe Aufmerksamkeit gefunden.

Aktuelle Bauvorhaben im Geschäftsgebiet des Siedlungswerks verdeutlichen die Bandbreite neuer Wohnformen im Alter. Dazu zählen:
altersgerechte Stadtwohnungen in Tübingen in Verbindung mit dem katholischen Gemeindezentrum
Betreutes Wohnen in Hechingen mit integrierter Begegnungsstätte
Ergänzung von Altenzentren im Bestand mit Betreutem Wohnen in Künzelsau und Munderkingen
Wohn- und Pflegeverbund mit Gemeinwesenzentrum in Ravensburg
Generationenzentrum Stuttgart-Wangen mit Pflegeheim, Seniorenwohnungen, Kindertagesstätte und Stadtteilräumen.
Wohnen für Jung und Alt
Jedes Projekt hat seine Besonderheiten und versucht eine Antwort auf die Bedürfnisse des örtlichen Gemeinwesens zu geben. Kreativität ist gefragt. So wurde beim nachstehenden Projektbeispiel auch ein Café als Treffpunkt für Jung und Alt in Verbindung mit einer Begegnungsstätte integriert.

Das "Gall’sche Gelände” in Kornwestheim liegt mitten in der Stadt zwischen Bahnhofsplatz, Hermann-/ und Friedrichstraße. Mit der Neubebauung durch das Siedlungswerk wurde die städtebauliche Lücke durch ein neu gestaltetes Quartier für Jung und Alt - zum Wohnen und Arbeiten geschlossen.

Hier wohnt man ruhig und doch mitten in der Stadt
Und gerade für diese "bunte” neue Nutzung ist die Lage ideal. Kurze Wege für den Einkaufsbummel - kurze Wege zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Fußgängerzone mit Geschäften und vielfältigen Dienstleistungsangeboten ist direkt vor der Haustüre.

Durch die Gruppierung der Baukörper sind im Innenbereich schöne ruhige Wohnhöfe entstanden, die zum Verweilen einladen. Mit Spielgeräten wurde auch an die kleinen Bewohner gedacht.

Im neuen Wohn- und Geschäftshaus am Bahnhofsplatz haben sich neben attraktiven Stadtwohnungen Läden, Büros und eine Praxis für Krankengymnastik angesiedelt. Im Ensemble schließt sich die Seniorenwohnanlage an der Hermannstraße an. Die Bäckereifiliale mit Cafeteria und der neuen kommunalen Begegnungsstätte bildet den Auftakt zur Fußgängerzone hin. Die Stadthäuser entlang der Friedrichstraße mit großzügigen Wohnungen für junge Familien, Paare und Singles runden das neue Quartier ab.

Altengerechte und barrierefreie Bauweise
"So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viele Hilfen wie notwendig” lautet das Motto des Siedlungswerks beim Thema Betreutes Wohnen. Deshalb wird großer Wert auf die Ausstattung der Wohnungen gelegt. Großzügige Bewegungsflächen, breite Türen und rutschfeste Fliesen in Bad und Küche sind dabei selbstverständlich. Im Badezimmer befindet sich eine bodengleiche Dusche, zusätzliche Sicherheit bieten Stütz- und Haltegriffe. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon, der im Stil einer Loggia eingezogen und somit wind- und wettergeschützt ist.

Großgeschrieben: der Servicegedanke
Die Kirchliche Sozialstation Kornwestheim hat als zuverlässiger Partner der Altenhilfe, die Betreuung der Seniorenwohnungen übernommen. Sicherheit und Erhalt der Selbstständigkeit werden durch abgestufte Grund- und Wahlleistungen gewährleistet. Ein Bürostützpunkt befindet sich direkt vor Ort, hier werden auch regelmäßige Sprechzeiten angeboten. Es wurde außerdem ein Pflegebad eingerichtet, so müssen die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnanlage auf das gewohnte Entspannungsbad nicht verzichten. Auf Wunsch des einzelnen Bewohners kann das Dienstleistungsprogramm jederzeit individuell um Mahlzeitendienst, Kranken- und Altenpflege ergänzt werden. So kann der Notruf beim Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Ludwigsburg aufgeschaltet werden. Kehrwoche, Winterdienst und ähnliches erledigt die Hausmeisterin, die ebenfalls im Objekt wohnt.

Nicht zuletzt sind Gemeinschaftsveranstaltungen zur Bildung einer Hausgemeinschaft Grundlagen des Servicegedankens. Bei Regelmäßigen Veranstaltungen wird ein vielseitiges Freizeit- und Kulturprogramm angeboten.

Selbstbestimmung im Alter ist ein hohes Gut. Das Beispiel Kornwestheim zeigt, wie durch eine ganzheitliche Betrachtung der Lebenssituation älterer Menschen Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die es Senioren ermöglicht, ihr Älterwerden selbst in der Hand zu behalten.
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