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Bauministerin Hoffmeister-Kraut informiert sich über die Genossenschaftsleistungen im Stadtteil Giebel

Zur Freude der Bewohnerinnen und Bewohner besuchte die baden-württembergische Wirtschafts- und Bauministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gemeinsam mit weiteren Vertretern aus der Wohnraum-Allianz am Montagnachmittag den Stuttgarter Stadtteil Giebel. Das Quartier erfährt eine Aufwertung seit die Baugenossenschaft Neues Heim dort nicht nur den Wohnungsbestand erneuert, sondern auch ein eigenes Quartierskonzept umsetzt. „Genossenschaften können mehr als Bauen und Vermieten, sie können Quartier“, lautete die Kernaussage, die mehrere Wohnungsbaugenossenschaften der Ministerin vor Ort mitgaben.

168 Wohnungsbaugenossenschaften gibt es in Baden-Württemberg, 19 haben ihren Sitz in Stuttgart. Sie bieten ihren Mitgliedern guten und sicheren Wohnraum zu bezahlbaren Konditionen an – und das ein Leben lang. Insgesamt bewirtschaften sie rund 146.000 Wohnungen im Land, in Stuttgart sind es über 32.000 Wohnungen. Das ist ihre Kernkompetenz. „Geprägt durch ihre Rechtsform übernehmen sie als Bauherren, Vermieter, Verwalter und Mitgestalter der Quartiere und Städte eine immer größere Verantwortung für das Zusammenleben in den Stadtteilen“, sagte Dr. Iris Beuerle, Verbandsdirektorin des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Die satzungsgemäß vorgegebene Mitgliederförderung, die vor allem die Versorgung mit Wohnraum beinhaltet, wird mittlerweile viel weiter gesehen. Sie umfasst auch Angebote für die Nachbarschaft und das Wohnen. Davon profitieren die rund 40.000 Genossenschaftsmitglieder in Stuttgart.

In Giebel hat die Baugenossenschaft Neues Heim die alten Bestandsgebäude in der Mittenfeldstraße Schritt für Schritt rückgebaut und durch neue, energetisch moderne und barrierefrei erschlossene Gebäude ersetzt. Ein Baufeld mit 157 Wohnungen ist bereits fertig, der zweite Projektteil mit weiteren 178 Wohnungen ist in der Umsetzung. In diesem investiert die Baugenossenschaft nochmals rund 35 Millionen Euro. „Unsere Mieter sind gleichzeitig Mitglieder. Sie haben ein Dauernutzungsrecht, eine Stimme in der Mitgliederversammlung und einen guten Draht zu uns“, sagte Rüdiger Maier, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Neues Heim.

Das Neue Heim setzt im Sinne der Mitglieder nicht nur auf die Bestandserneuerung, sondern auch auf ein eigenes Quartierskonzept. Zu diesem Konzept zählen sozialer Wohnraum, eine senioren- und behindertengerechte Infrastruktur und Räume der Begegnung. Die Baugenossenschaft bietet dafür barrierefreie sowie geförderte Wohnungen, das Angebot eines Pflegezimmers für ambulante Pflegefälle im Quartier, die Räumlichkeiten für eine Hausarztpraxis sowie Wohnraum für zwei integrative Behindertenwohngemeinschaften der Diakonie. Derzeit stellt das Unternehmen außerdem Wohnungen für „Junges Wohnen“ mit temporären Mieterverhältnissen zur Verfügung. Im Quartier Giebel trifft sich daher Jung und Alt, gesunde, eingeschränkte und kranke Menschen, die hier eine Heimat gefunden haben. Bis 2023 sollen im dritten Bauabschnitt zudem zwei ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften in Giebel ein Zuhause finden. „Der Schlüssel für gute Nachbarschaften liegt nicht nur in attraktiven, lebenswerten und bezahlbaren Wohnungen, sondern vor allem auch in sozialen vielfältigen Quartiersangeboten und in Räumen wie z.B. dem gemeinsam mit weiteren Genossenschaften genutzten Wohncafé, die Begegnung ermöglichen“, so Maier.

Die Stuttgarter Baugenossenschaften bieten ihren Mitgliedern und Wohnungsnutzern aber noch viel mehr: im sozialen Bereich beispielsweise Nachbarschaftstreffs und Mietercafés, Mehrgenerationen und Senioren-WG, Pflegewohnungen und Versorgungssicherheit, Quartiersbetreuung durch den Verein integrative Wohnformen, Hausmeister als Ansprechpartner vor Ort, Umzugshilfen sowie Vermittlung vielfältiger Unterstützungsangebote. Hinzu kommen Mobilitätsangebote wie eine Station für Car-, Bike- und Roller-Sharing. Auch beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind die Genossenschaften auf unterschiedlichen Wegen unterwegs, von denen die Nutzer profitieren. So nutzen sie  Eisspeicherheiztechnik, Blockheizkraftwerke (BHKW), Holzpelletsheizungen  und Photovoltaikanlagen. Nicht nur der ökologische Aspekt zählt dabei. Für viele Mitglieder ergeben sich insbesondere bei den BHKW auch Kostenvorteile.