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Genossenschaftstag 2016: Von Smart Home bis zu neuen Wohnformen des Wohnens im Alter

Beim baden-württembergischen Genossenschaftstag vergangenen Mittwoch blickte die Branche in Ulm in die Zukunft. In Baden-Württemberg gibt es 174 Wohnungsbaugenossenschaften, die im vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. organisiert sind. Sie bilden gleichzeitig die Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaften im vbw. Über 297.000 Mitglieder schenken diesen Wohnungsbaugenossenschaften, deren Rechtsform am Kürzel eG - für eingetragene Genossenschaft - erkennbar ist, ihr Vertrauen. Sie haben sich von Selbsthilfeeinrichtungen zu professionellen Vermietern entwickelt. Immer mehr Leistungen prägen ihr Angebotsspektrum. Der Genossenschaftstag galt dem Erfahrungsaustausch und der Information über neue Geschäftsfelder. Auch die Entwicklung des Selbstverständnisses, der Unternehmenskultur, der Kommunikation und Mitgliederpartizipation in Genossenschaften wurde besprochen.

„Eigentlich kennt fast jeder eine Genossenschaft, weil Volks- und Raiffeisenbanken, landwirtschaftliche Genossenschaften, Winzergenossenschaften oder eben auch Wohnungsbaugenossenschaften vielerorts präsent und engagiert sind. Dennoch wissen die Wenigsten, dass Genossenschaften grundsätzlich auf Solidarität, Selbsthilfe und Selbstverantwortung basieren und über demokratische Strukturen verfügen“, sagte Robert an der Brügge, Verbandsvorsitzender des vbw.

Genossenschaften streben nicht nach Gewinnmaximierung, sondern fördern ganz speziell die Interessen ihrer Mitglieder - Wohnungsbaugenossenschaften in Form von gutem und sicherem Wohnraum zu fairen Preisen. Eingenommenes Geld bleibt im Unternehmen und wird in erster Linie in bestehende Wohnungen und in den Neubau reinvestiert, so dass der Wohnraum für die Mitglieder stets auf einem guten und aktuellen Stand ist.

Gemeinschaft spielt in Genossenschaften eine viel größere Rolle als in jeder anderen Rechtsform. „Der gesellschaftliche Wandel hat keinen Einfluss auf das Erfolgsmodell Genossenschaft. Denn unverändert ist die prägende Erkenntnis bei der Entstehung von Genossenschaften, dass viele Menschen gemeinsam deutlich mehr erreichen können als einer allein“, sagte Rainer Böttcher, Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaften im vbw. Im Wohnungsbau hieß dies früher, dass alle Mitglieder in einen Topf mit Geld und über geleistete Arbeitsstunden einzahlten und so gemeinsam zu Wohnraum für alle Mitglieder gelangten. Das Prinzip ist geblieben, aber in neuer Form. Denn beim Neubau wird heute natürlich keine körperliche Hilfe, genannt Muskelhypothek, erwartet. Ein Mitgliedsbeitrag in Form von Anteilen an der Genossenschaft allerdings schon. Diese Anteile werden aber zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus der Genossenschaft auch wieder ausbezahlt. 

„Beim baden-württembergischen Genossenschaftstag haben wir neue Leistungsangebote zu den Themen ‚Smart Home“ oder ‚Wohnen im Alter - Neue Wohnformen“ vorgestellt und über erste Erfahrungen aus den Unternehmen berichtet“, sagte an der Brügge. Weitere Themen, die in Workshops besprochen wurden, waren mögliche Kooperationsmodelle bis hin zu Fusionen sowie der Denkmalschutz. Im Mittelpunkt stand eine Podiumsdiskussion, an der auch Mitglieder des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaften im vbw teilnahmen mit Fragen wie: „Was macht eine Genossenschaft heute aus? Was erwarten die Mitglieder? Welche innovativen Kommunikationsformen sind gefragt?“. „Die Tagung hat wichtige Zukunftsimpulse gegeben“, so an der Brügge abschließend.

 

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