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Mehr Akzeptanz für den Wohnungsneubau!

„Der Wohnungsneubau, gerade auch im bezahlbaren Segment, ist das Kerngeschäft der Wohnungswirtschaft. Wir sehen derzeit aber einen Mangel an Bauflächen, überbordenden Vorschriften und Anforderungen sowie eine geringe Neubauakzeptanz bei der Bevölkerung, die den Wohnungsneubau behindern“, so Peter Bresinski, Verbandsvorsitzender des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.  „Das muss sich ändern. Die Wohnungswirtschaft setzt sich für gute Beispiele und neue Ideen ein“, so Bresinski weiter. An der Regionalkonferenz zum Thema „Akzeptanz für mehr Wohnungsneubau in Stadt und Region“ des Bundesminiserums des Innern für Bau und Heimat, des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. sowie des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung in Kooperation mit dem Verband Region Stuttgart engagierten sich daher insgesamt sieben Vertreter aus dem vbw und seinen Mitgliedsunternehmen mit Beiträgen, Projektbeispielen, Anregungen und in den Diskussionsforen.

Wohnraum ist in weiten Teilen Baden-Württembergs Mangelware. Experten des Prognos-Institutes hatten im Herbst 2017 im Auftrag der L-Bank einen Wohnungsneubaubedarf von 43.000 bis 65.000 Wohnungen pro Jahr bis 2025 errechnet. Für die vergangenen fünf Jahre weist das Statistische Landesamt zwischen 28.872 und 33.476 fertiggestellte Wohnungen aus. „Der Neubau hinkt dem Bedarf damit weit hinterher und es bedarf großer gemeinsamer Anstrengungen, positive Rahmenbedingungen für mehr Wohnungsbau zu schaffen“, so Bresinski. Der vbw begrüßte daher die Regionalkonferenz, die positive Impulse gab.

„Mangelnde Bauflächen und hohe Grundstückspreise sind die Hauptursache für den geringen Wohnungsneubau. Ganz konkret sollte daher eine grundsätzliche Verwendung der Konzeptvergabe in den Kommunen vorgesehen sein sowie eine stärkere interkommunale, regionale Zusammenarbeit bei der Flächenausweisung stattfinden. Wir schlagen außerdem vor, die Typengenehmigung in die Landesbauordnung aufzunehmen, um beim modularen und seriellen Bauen schnellere Genehmigungsverfahren zu erreichen“, sagte der Verbandsvorsitzende. Er verwies außerdem darauf, dass die in den vergangenen Jahren zunehmend verkleinerten Baubehörden wieder personell und fachlich gestärkt werden müssen. Das schaffe schnellere Prozesse und klarere Verfahren nach innen und außen.

„Geschosswohnungsbau ist das Gebot der Stunde. Um den hohen Wohnraumbedarf zu decken, können wir nicht nur auf Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäuser setzen. Das muss in den Kommunen, aber auch in der Gesellschaft und Bürgerschaft als deutliche Wahrheit kommuniziert werden“, so Bresinski. Urbanität sei immer auch mit qualitätsvoller Dichte verbunden.

Gute Beispiele für mehr Akzeptanz im Wohnungsbau stellten zahlreiche Geschäftsführer der vbw-Mitgliedsunternehmen aus Stuttgart, Ulm, Leonberg und Karlsruhe vor. Sie setzen auf Durchmischung, Quartiere mit integrativer Wirkung und natürlich auf Information und Einbindung der Menschen vor Ort.