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vbw fordert: Land und Kommunen müssen jetzt rasch handeln!

Die Wohnungsbaulücke im Land muss geschlossen werden

„Jetzt ist die Zeit zu handeln“, fordert Sigrid Feßler, Verbandsdirektorin des vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. von der Landesregierung und den Kommunen angesichts der berechneten Wohnungsbaulücke im Land. Im Rahmen der Wohnraum-Allianz hatte die baden-württembergische Ministerin für den Wohnungsbau Nicole Hoffmeister-Kraut am Montag die Ergebnisse der Prognos-Studie zum „Wohnraumbedarf in Baden-Württemberg“ vorgestellt. Die Studie war auf Empfehlung der Wohnraum-Allianz von der L-Bank beauftragt worden. Die Forscher machen eine Wohnungsbaulücke von 88.000 Wohnungen im Land aus. Bis zum Jahr 2020 müssen jährlich 65.000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden. Diese Wohnungsbaulücke muss dringend in den kommenden Jahren geschlossen und das Wohnungsangebot erweitert werden, um auch den Fachkräftebedarf im wirtschaftsstarken Bundeslandes Baden-Württemberg nicht zu gefährden, besagt die Studie

„Die Wohnungswirtschaft ist gewillt zu bauen. Insgesamt 1,3 Milliarden Euro wollen die 300 Wohnungsunternehmen im vbw in diesem Jahr in den Neubau investieren. Doch es mangelt an Bauflächen in den Kommunen, insbesondere an bezahlbaren Grundstücken, aber auch an schnellen Genehmigungsprozessen“, so Feßler. Der vbw fordert, für die Kommunen Anreize zu schaffen, um Flächen im Innen- und Außenbereich zu aktivieren, insbesondere auch für den Miet- und Geschosswohnungsbau. „Unser Vorschlag ist, dass die Kommunen für Projekte des sozialen Wohnungsbaus eine Art Nachfrageprämie erhalten sollten. Damit kann auch für Kommunen, die sich bisher nicht dem sozialen Wohnungsbau widmen, ein eigener Anreiz geschaffen werden“, sagte Feßler.

Feßler sieht die Kommunen in der Pflicht, angesichts massiv gestiegener Preise rund um das Bauen bei der Grundstücksvergabe stärker auf Konzeptvergaben zu setzen anstatt im Höchstpreisverfahren zu vergeben. „Wer teuer bauen muss, kann nicht zu günstigen Konditionen vermieten“, so Feßler. Sie verweist auf einen Passus der Prognos-Studie, in welchem es heißt: Niedrigere und moderate Bau- und Grundstückskosten sind der entscheidende Hebel für mehr bezahlbaren Wohnraum in Baden-Württemberg. Das Land ist gefordert, Entlastungspotenziale und Vereinfachungs- und Beschleunigungsverfahren im Zuge des Bauordnungsrechts sowie Bauplanungsrechtes zu prüfen, zu eruieren und einzusetzen. Zudem sollten die Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Kommunen vereinfacht und beschleunigt werden.

„Wichtige Empfehlungen haben wir am Montag an die Politik gegeben, beispielsweise rund um das Bauplanungsrecht und die Flächengewinnung. Bereits seit Mai dieses Jahres liegen die Empfehlungen zur Novellierung der Landesbauordnung vor. Hieran muss die Landespolitik nun intensiv arbeiten, da dies ein wesentlicher Baustein ist, um die Ziele der Wohnraum-Allianz für mehr kostengünstigen Wohnraum zu erreichen“, forderte Feßler abschließend.