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Das Treffen der Branche in Baden-Baden am 29.09.2021

Drei Tage nach der Bundestagswahl diskutierte die Wohnungswirtschaft das Ergebnis und vor allem die Herausforderungen für die Branche. Was ist in den kommenden Jahren zu tun? Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen brauchen die Wohnungsunternehmen, um bezahlbaren Wohnraum erstellen, bewirtschaften und modernisieren zu können? Wohin führt der Weg beim Klimaschutz? All diese Fragen standen im Raum und wurden ambitioniert und pointiert auf der Bühne behandelt und diskutiert.

Nach der Bundestagswahl - Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft - Stimmen aus der Branche

Der vbw hat gefragt: Vor welchen Herausforderungen steht die Branche nach der Wahl?

Antworten von:

  • Axel Gedaschko, Präsident des GdW (Film ab)

  • Prof. Dr. Dieter Rebitzer, Dekan Studiengang Immobilienwirtschaft an der HfWU Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (Film ab)

  • Marc Ullrich, Vorsitzender der AG Genossenschaften im vbw und Vorstand der Bauverein Breisgau eG (Film ab)

  • Dagmar Lange, Journalistin und Moderatorin der Podiumsdiskussion (Film ab)

Podiumsdiskussion

Wo steht die Wohnungswirtschaft nach der Wahl und was müssen die neuen Koalitionäre möglichst schnell nach der Regierungsbildung umsetzen? Darum ging es beim gut besuchten Empfang der Wohnungswirtschaft am 29.09.2021 in Baden-Baden.

Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, nahm in seinem pointierten Impulsvortrag die Themen "Wahl, Corona, Klimaschutz und Enteignung" in den Fokus.

Bei der anschließenden Diskussion unter der Moderation von Journalistin Dagmar Lange sprachen Gedaschko, Peter Bresinski, vbw-Verbandsvorsitzender, Rolf Gaßmann, Vorstand des Deutschen Mieterbundes Baden-Württemberg, und Prof. Dr. Dieter Rebitzer von der HfWU Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen über die Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft nach der Wahl.

Die Themenfelder die Lange für die Diskussionsteilnehmer aufmachte, waren breit gefächert: Zuerst erfragte sie das vermutliche Farbenspiel, das sich aus den Koalitionsverhandlungen ergeben wird. Ergebnis: dreimal Ampel, einmal Jamaika. Dann ging es um die Dekabonisierung, die Sanierungsquote im Gebäudebestand, den Klimaschutz, eine bundeseinheitliche Bauordung, die Mietpreisbremse, den (sozialen) Wohnungsneubau, Flächenmangel sowie das Erbbaurecht und Bürgerpartizipation. Die Diskutanten waren sich darin einig, dass in Deutschland weniger Regulatorik und mehr Mut und Offenheit für neue Technologien, Techniken und Prozesse notwendig sind. Gedaschko sprach von einem "Umparken im Kopf". Dabei zog er den Vergleich mit vielen anderen Ländern: Die Niederlande, Estland, Schweden und Italien sind beim seriellen Sanieren, beim Einsatz von Photovoltaik, bei der Verwendung von neuen Baustoffen und Techniken deutlich schneller, unbürokratischer und unkomplizierter vorgegangen und damit wesentlich weiter als Deutschland.

Die Wohnungswirtschaft sieht insbesondere bei den ständig steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden einen Grenznutzen. Entscheidend sei das Nutzerverhalten. Es gelte vielmehr dafür zu sorgen, dass die Gebäude schnell mit erneuerbaren Energien versorgt werden, um die Klimaneutralität zu erreichen. Die Politik müsse jetzt klar sagen, dass Klimaschutz jeden Einzelnen Geld kostet. Am besten wäre ein gesellschaftlicher Konsens, dass jeder nach seiner individuellen Leistungsfähigkeit dafür aufkommen sollte.

Eine bundeseinheitliche Bauordnung wäre hilfreich, meinten die Diskutanten. Uneinigkeit ergab sich bei dem Nutzen einer Mietpreisbremse. Doch da die wohnungswirtschaftlichen Unternehmen im vbw davon sowieso kaum betroffen sein dürften, wurde dieser Punkt schnell verlassen. Der politischen Idee einer neuen Gemeinnützigkeit - wie sie die Grünen vorgeschlagen hätten - wurde eine Absage erteilt, weil dieses Konzept unausgereift sei und zu viele Denkfehler enthielte.

Baden-Württemberg brauche mehr Wohnungsneubau, insbesondere auch sozialen Wohnungsneubau. Dafür mangele es an Flächen. Erbbaurechte seien einzelfallbezogen eine gute Lösung, aber nicht pauschal für alle Projekte. Es wurde abschließend die Hoffnung geäußert, dass eine neue Bundesregierung künftig "mehr Kreativität erlaubt" und aus dem silohaften Denken zu ganzheitlichen Lösungen findet.

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