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GdW-Präsident Axel Gedaschko auf Sommertour in Baden-Württemberg

Der Präsident der deutschen Wohnungswirtschaft kam zur Sommertour aus Berlin nach Baden-Württemberg. Das Ländle gab alles, um den Namen "Sommertour" zu bestätigen: Sonnenschein und 35 Grad aufwärts. Doch die Besichtigungen machten den Hitzestress wett. Gemeinsam mit vbw-Verbandsdirektorin Dr. Iris Beuerle, bereiste Gedaschko am 27. und 28. Juli verschiedene Projekte unter dem Motto „Klima – was kann die Wohnungswirtschaft dazu beitragen, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen?“. In Reutlingen, Heilbronn und Heidelberg zeigten ihm Wohnungsunternehmen, welchen Beitrag sie zum Klima- und Umweltschutz leisten. Dies reicht von der energetischen Sanierung bis zum Quartier in Holzbauweise (Timber-Quartier), vom Holzhochhaus bis zum Passivhaus im geförderten Wohnungsbau in Kombination mit einem Mieterstromprojekt, von Gebäuden innerhalb der Passivhaussiedlung und einem emissionsarmem Neubauquartier auf Konversionsflächen.

Wohnungsunternehmen verbinden bezahlbares Wohnen und Klimaschutz

Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. sagte: "Die sozial verantwortlichen Wohnungsunternehmen in Baden-Württemberg zeigen bei der Sommertour des vbw auf beeindruckende Weise, wie sie bezahlbares Wohnen in attraktiven Mietwohnungen für alle Menschen zur Verfügung stellen und sich gleichzeitig für noch mehr Klimaschutz engagieren. Das Erreichen der Klimaziele macht allerdings so enorm hohe Investitionen notwendig, dass die Bezahlbarkeit des Wohnens in Gefahr gerät. Damit die soziale Wohnungswirtschaft auch künftig in der Lage ist, ihren enorm wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für gutes und sicheres Wohnen zu leisten, muss die Politik umsteuern. Statt immer mehr teurer energetischer Sanierungsmaßnahmen brauchen wir endlich zukunftsgerichtete politische Rahmen- und Förderbedingungen sowie smarte und preiswerte Gebäudetechnik, die den Nutzer beim Energiesparen unterstützt. Dezentrale und CO2-arme Energieerzeugung müssen als neue Wege für mehr Klimaschutz im großen Stil ermöglicht werden. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen die Wohnungsunternehmen in Baden-Württemberg mit zahlreichen innovativen Ideen."

„Klimaschutz wird in Baden-Württemberg groß geschrieben. Diese Werte tragen unsere Mitgliedsunternehmen voll mit“, sagte Beuerle. „Ihr noch größeres Verdienst ist es aber, dass sie dabei auch leistbare Mieten verlangen, sich um die Stadtentwicklung und Quartiersgestaltung kümmern, den demografischen Wandel mit altersgerechten Wohnungen begleiten und ihre Wohnungsbestände entsprechend sanieren und modernisieren. Wer bei einem unserer Mitgliedsunternehmen wohnt, muss sich um seine Wohnzukunft keine Sorgen machen. Weder mit Wohnungen noch mit den Mieteinnahmen wird spekuliert. Die Unternehmen sind nicht auf eine Gewinnmaximierung ausgerichtet“, so die Verbandsdirektorin. In Zeiten der Corona-Pandemie sei diese Sicherheit wichtiger denn je.

Die Projekte der GWG Wohnungsgesellschaft Reutlingen mbH

Blockheizkraftwerk, Photovoltaikanlage, Carsharing, E-Mobilität und in ökologischer Holzbauweise errichtete Häuser sowie innovative Wohnboxen schaute sich GdW-Präsident Axel Gedaschko auf seiner deutschlandweiten Sommertour beim Stopp in Reutlingen an. Gemeinsam mit Dr. Iris Beuerle, Verbandsdirektorin des vbw, ließ sich der Präsident des GdW vom GWG-Geschäftsführer Ralf Güthert sowie den jeweiligen Fachkollegen die Reutlinger Ansätze des wohnungswirtschaftlichen Klimaschutzes zeigen.

Dabei ging es sowohl in die Tiefen eines Blockheizkraftwerks, als auch hoch hinaus, um sich Photovoltaikanlagen von oben anzuschauen. Anschließend waren umweltschonende Mobilität sowie ökologische Bauweise das Thema der Stunde. Bei seinem Besuch in Reutlingen traf Gedaschko auch auf Oberbürgermeister Thomas Keck und Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz, mit denen er lokal- und bundespolitische Themen erörterte.

 Die GWG Reutlingen hat sich der Initiative Wohnen 2050 angeschlossen, die einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen will. Die Initiative ist ein klimapolitisches Bündnis, den sich bereits über 50 Partner mit rund 1,3 Millionen Wohneinheiten angeschlossen haben. Sie teilen Ideen, Know-how und eine gemeinsame Stimme.

Die Projekte der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH

Das SKAIO ist mit einer Höhe von 34 Metern das derzeit höchste Holzhaus in Deutschland. Das Gebäude – entworfen von dem als Holzbau-Pionier bekannten Berliner Architektenbüro Kaden+Lager – ist Teil der Stadtausstellung im Rahmen der BUGA 2019 und ein Vorreiter im ökologisch nachhaltigen Wohnungsbau: alle Details sind so geplant, dass der spätere, sortenreine Rückbau und somit eine Wiederverwertung möglich sind. Das innovative Holzhochhaus wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) für seine herausragende gestalterische und baukulturelle Qualität mit der DGNB-Auszeichnung Diamant nominiert. Das Skaio ist dabei das erste Gebäude, das die renommierte Auszeichnung in der Kategorie „Wohngebäude“ besetzt. „Wir sind stolz, dass die Fachkommission unser Konzept, hochwertigen ökologischen und auch geförderten Wohnraum zu realisieren, gewürdigt hat“, sagte Dominik Buchta, Geschäftsführer der Stadtsiedlung Heilbronn.

Das Kinderhaus KINJA verbindet Natur mit Architektur. Als nachwachsender und recycelbarer Rohstoff sorgt der Baustoff Holz für eine optimale Umgebung mit natürlicher Raumluft. Damit fördert er die gesunde Entwicklung der Kinder und bietet ihnen eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Das fünfgeschossige Gebäude besteht aus einer Holz-Hybrid-Konstruktion. Die Betreuungsräume bieten Platz für 90 Kleinkinder. Im vierten Obergeschosse befinden sich kompakt gestaltete Wohnungen für Alleinerziehende mit einem Kind. Das Atrium im Eingangsbereich ist als kommunikativer Mittelpunkt ein Ort der Begegnung für Kinder und Familien.

Die Projekte der GGH Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg und der Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG

In Heidelberg präsentieren die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) und die Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG die Quartiersentwicklungen in Rohrbach und Kirchheim sowie auf den Konversionsflächen in der Süd- und Bahnstadt.

 „Wir sind in vielen Aspekten des Klimaschutzes und generell im nachhaltigen Handeln bereits gut aufgestellt“, erläutert Peter Bresinski, Geschäftsführer der GGH und Vorsitzender des Vorstands des Verbandes baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (vbw). „So investiert die GGH seit Jahren im Branchenvergleich überdurchschnittlich viel in die energetische Sanierung ihres Wohnungsbestands und entwickelt emissionsarme Quartiere für die Mitte der Gesellschaft.“

Den ersten Halt in Heidelberg legt die Besuchsdelegation auf dem Gelände des ehemaligen US-Hospitals in Rohrbach ein. Hier entwickelt die GGH bis 2025 ein emissionsarmes Quartier mit rund 600 Wohnungen. „Als Leitgröße für die Bewertung der Energieversorgung und der baulichen Standards dient uns vorrangig die CO2-Emission und nicht allein der Heizwärmebedarf“, erläutert Peter Bresinski: „Durch ein Maßnahmenbündel in den Sektoren Gebäude, Energieversorgung sowie Verkehr und Mobilität werden wir auf Quartiersebene mehr CO2-Emissionen vermeiden, als dies durch die bloße Errichtung von Gebäuden im Passivhausstandard möglich wäre.“

Bei der Quartiersentwicklung im Kirchheimer Höllenstein setzt die GGH auf ein nachhaltiges Mobilitätskonzept. Das sehr gut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossene Quartier mit 335 Neubaumietwohnungen ist im Inneren weitgehend autofrei angelegt, der ruhende Verkehr in Tiefgaragen verlagert. Geplant sind Stellplätze für Carsharing-Autos und ein Verleih von Lastenfahrrädern. 20 Garagenstellplätze sind mit einem Anschluss für das Laden von Elektrofahrzeugen vorgerüstet. Weitere Plätze können jederzeit nachgerüstet werden.

Bei einem weiteren Stopp stellte Peter Stammer, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG (FHHD), das im vergangenen Jahr fertig gestellte Objekt Mark-Twain-Straße 2-4 vor. Hier wurde durch die Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG ein Mietwohnhaus mit 20 Wohnungen, eine Kita für 40 Kinder sowie ein großer Gemeinschaftsraum gebaut. Das im energetischen KfW-55-Standard erbaute Objekt wurde zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Die Besonderheit: Alle Wohnungen dieses Objektes wurden an Mitglieder des Vereins „Horizonte e.V.“ vermietet, ein gemeinschaftliches, intergeneratives Mietprojekt. Gemeinsam mit dem Verein wurde dieses alternative Wohnprojekt über viele Jahre entwickelt. So ist auf den MTV-Flächen in der Heidelberger Südstadt ein Mehrgenerationenwohnprojekt mit attraktiven und bezahlbaren Neubauwohnungen auf Mietbasis entstanden.

Natürlich durfte auf der Fahrt durch Heidelberg auch ein Besuch in der Bahnstadt, der weltweit größten Passivhaussiedlung, nicht fehlen. Hier ist die GGH mit gleich mehreren Projekten an der Entwicklung des neuen Stadtteils beteiligt. Sie errichtete 2012 das erste Wohnbauprojekt und mit der städtischen Kita auch das erste öffentliche Gebäude auf den Schwetzinger Terrassen. Alle Gebäude wurden in Passivhausbauweise errichtet. Die Kita verfügt über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Die Vielfalt der Gebäudetypen sowie die funktionale Durchmischung von Flächen stand Pate für die Entwicklung des MEILEN.STEINs. Zwischen den Straßen Langer Anger, Grüne Meile und Da-Vinci-Straße wurde im vergangenen Jahr ein markantes Gebäudeensemble mit 11 Häusern, die sich um einen weitläufigen Innenhof gruppieren, fertiggestellt. Die Mieter können hier wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. „Wir haben eine kleine Stadt in der Stadt geschaffen. Das Quartier der kurzen Wege bietet seinen Bewohnern alles, was sie für den täglichen Bedarf benötigen. Es ist auch für die Bürger aus der Umgebung attraktiv“, betont Peter Bresinski.