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Klimagipfel der Wohnungswirtschaft 2023

Herzliche Einladung zum Klimagipfel der Wohnungswirtschaft am am 14. und 15. Februar 2023 in Konstanz!

Gemeinsam mit dem VdW Bayern wollen wir diese Leuchtturmveranstaltung der Wohnungswirtschaft dazu nutzen, mit Ihnen einen Blick auf die aktuelle Klimaschutzpolitik und deren Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft zu werfen. Dabei wird es ebenfalls darum gehen, Strategieansätze für einen klimaneutralen Gebäudebestand zu diskutieren und Möglichkeiten zu besprechen, wie Energieeffizienz bei Sanierungen und im Neubau auch kostengünstig erreicht werden kann.

Unsere Themen:
- Aktueller Stand der Energie- und Klimapolitik und deren Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft
- Planungshilfe für den mehrgeschossigen Holzbau
- Herausforderung kreislaufgerechtes Bauen im Bestand
- Einfach Umbauen
- Europäischer Wohnungsbau im Vergleich
- Energiewende im Bestand
- Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit bei der Dekarbonisierung großer Gebäudebestände
- „Wechselwarmes“ Netz – eine effiziente und grüne Wärmeversorgung der Zukunft
- Solarbasierte Energieversorgung von Quartieren am Beispiel der Baugenossenschaft Margaretenau eG

Klimagipfel 2023: Tagungsprogramm & Anmeldung

vbw-Verbandsvorsitzender Peter Bresinski über das Spannungsfeld, in dem sich die Wohnungswirtschaft befindet:
„Die Herausforderungen für die gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen liegen darin, den klimaneutralen Wohnungsbestand bis 2040 zu erreichen und gleichzeitig das Wohnen weiterhin bezahlbar zu gestalten. Um Klimaneutralität zu erreichen, liegt das Hauptaugenmerk auf dem Wohnungsbestand. Die vbw-Mitglieder halten rund 460.000 Wohnungen, in die in unterschiedlichem Maße investiert werden muss."

Bresinski zweifelt an der Sinnhaftigkeit von immer höheren Energieeffizienzstandards. „Hohe Investitionen in die Gebäudehülle, die Gebäudetechnik sowie die Heizsysteme schlagen auf die Mieten durch. Die Klimastrategien der Unternehmen müssen vielmehr auf die effiziente Einsparung von CO2 ausgerichtet werden. Daran sollte sich auch die Ordnungspolitik orientieren!“

Umweltministerium BW: Wohnungswirtschaft ist einer der wichtigsten Partner für die Wärmewende...

... das betonte Dr. Ulrich Maurer vom Umweltministerium Baden-Württemberg auf dem Klimagipfel 2022. Die Herausforderung bestehe vor allem im Bestand. Er machte die Klimaziele des Landes deutlich: Der plötzliche Stopp der KfW55-Förderung sei zwar überraschend gewesen. “Fest steht jedoch: Der Effizienzhausstandard 55 wird im Neubau zukünftig nicht mehr gefördert, da dieser inzwischen Standard ist und sich durch die gestiegenen Energiepreise rechnet.“ Die Fördermittel müssten zielkompatibel und gezielt eingesetzt werden. Der Fokus werde zukünftig neben wirklich ambitioniertem Neubau vor allem auf der Sanierung von Bestandsgebäuden liegen. Mit der Neuauflage des Landeswohnraum­förderungs­programms unterstütze das Land die Wohnungswirtschaft im Neubau mit dem Ziel, zusätzlichen Wohnraum zu moderaten Preisen zur Verfügung zu stellen. Es werde aber auch hier Energieeffizienz auf KfW55-Niveau gefordert, um niedrige Betriebskosten zu ermöglichen. Außerdem ist geplant, für den Wohnungsbestand ein Förderprogramm für serielles Sanieren aufzulegen. Mit dem Förderprogramm „Kombi-Darlehen Wohnen mit Klimaprämie“ werden darüber hinaus ambitionierte Sanierungen unterstützt. Und schließlich will das Land mit dem „Effizienzpreis Bauen und Modernisieren" viele guten Best-Practice-Projekte auszeichnen, die viele Nachahmer finden sollen.  

Die Klimaschutzziele können nur durch eine Dekarbonisierung der Heizungen erreicht werden

Prof. Dr. Norbert Raschper vom Technischen Immobilienmanagement an der EBZ Business School, Bochum betonte auf dem Klimagipfel 2022: "Natürlich ist eine ehrgeizige Dämmung notwendig, doch diese allein reicht nicht aus. Die Klimaschutzziele können nur durch eine Dekarbonisierung der Heizungen erreicht werden. Das wird die Wohnungsunternehmen sehr stark fordern und braucht langfristige Planungen.“ Dabei gebe es keine Handlungsempfehlung für eine einzige optimale Lösung – grüne Nahwärmenetze im Quartier, Solarthermie oder Wärmepumpen. Vielmehr müsse jedes Wohnungsunternehmen für sich einen individuellen Klimapfad erarbeiten, erklärte Raschper, der mit der iwb Immobilienwirtschaftliche Beratung Unternehmen bei der Entwicklung einer Roadmap für mehr Klimaschutz begleitet.

"Graue" Emissionen als wesentlicher Faktor für den Klimaschutz

Sanierung ist unter dem Aspekt der CO2-Reduzierung dem Abriss und Neubau vorzuziehen. Diese These postulierte Prof. Dr. Manfred Norbert Fisch beim Klimagipfel der Wohnungswirtschaft 2022. Er ist Leiter des Steinbeis-Innovationszentrum siz energieplus und berät als Geschäftsführer des Ingenieurbüros EGS-plan seit vielen Jahren Wohnungsunternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung individueller Klimaschutzstrategien. Betrachte man die Entstehung von Treibhausgasemissionen nicht nur nach dem Quellprinzip sondern nach dem Verursacherprinzip, werde schnell deutlich, dass durch Abriss und Neubau deutlich mehr „graue“ CO2-Emissionen entstehe als bei Sanierungen. Der Ingenieur sprach sich darüber hinaus dafür aus, die Anforderung an die Gebäudehülle nicht noch weiter zu verschärfen, sondern für eine Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zu sorgen. Er forderte die Gesetzgeber auf, die Förderlandschaft auf die Vermeidung von Treibhausgasemissionen zu fokussieren. Dabei mahnte auch er: „Klimaneutral ist nicht kostenneutral, dafür braucht es eine Akzeptanz in der Gesellschaft.“

Praxisbeispiel GWG Tübingen: Sanierung in Zusammenarbeit mit Fertighaushersteller

Neben den hochkarätigen Expertenvorträgen bot der Klimagipfel 2022 auch spannende Beispiele aus der Praxis. Sie gaben einen Einblick über die Bandbreite der Möglichkeiten für die Energieeinsparung im Gebäudebereich:

So stellte Uwe Wulfrath, Geschäftsführer der GWG Tübingen, ein Pilotprojekt für die serielle Modernisierung im Bestand vor. Um Wohngebäude mit schlechter Energieeffizienz zu sanieren, arbeitet das kommunale Wohnungsunternehmen mit dem Fertighaushersteller Schwörer zusammen. Die Vorteile: Durch die Verlagerung von Bauleistungen in die Fabrikhalle können die Bauzeiten für die tatsächliche Modernisierung vor Ort und damit die Belastung für die Mieter gekürzt werden. Gleichzeitig soll so der Handwerkermangel abgefedert werden, indem die Ressourcen des Fertighausherstellers genutzt werden.

Praxisbeispiel WOBAK: Aufbau eines Nahwärmenetzes in Konstanz

Die WOBAK Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Konstanz setzt in Ihrer Klimastrategie auf den Aufbau eines Nahwärmenetzes. Dabei kooperiert eng mit den Stadtwerken Konstanz, um eine klimafreundlichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energie aufzubauen. „Erneuerbare Wärmenetze sind die effektivsten Instrumente zur Klimaneutralität im Gebäudesektor. Aber: Bis zur Realisierung müssen Hürden in der Planung, bei der Überzeugung weiterer Nutzer und in der unsicheren Förderkulisse überwunden werden.“, erläuterten WOBAK-Geschäftsführer Jens-Uwe Götsch und Dr. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz.

Praxisbeispiel der BG Familienheim Heidelberg eG: Klimaroadmap 2030+

Die Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG hat in Zusammenarbeit mit der Eco2nomy GmbH, Stuttgart, dafür proaktiv eine Klimaroadmap erstellt. Mit Unterstützung der Beratungsgesellschaft gelang es, Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit der Maßnahmen zu optimieren.

Wichtig war dabei, methodisch mit Hilfe von speziellen Tools die relevanten Aspekte zu analysieren und sorgsam gegeneinander abzuwägen. Auf dieser Basis konnten die Entscheidungen getroffen werden, die weit über eine reine technische Optimierung hinausgehen. Mit dem vorliegenden klaren Plan kann es jetzt an die Umsetzung gehen.

Den ausführlichen Bericht können Sie hier in unserem Magazin aktuell nachlesen

Klimaziele erreichen mit Plan
Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg eG erstellt Klimaroadmap 2030+
Impressionen des Klimagipfels in Konstanz

Klimawandel und Klimaschutz

Der fortschreitende Klimawandel ist eines der zentralen Themen unserer Zeit. Bei der Einsparung von CO2 und dem sparsamen Verbrauch von Ressourcen kommt der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft eine wichtige Aufgabe zu. Mehr als zwei Drittel der Wohnungen wurden bereits energetisch modernisiert. Jährlich werden mehr als 300 Millionen Euro in die Modernisierung investiert. Dennoch bleiben die Herausforderungen hoch. Insbesondere wenn es gilt, einerseits die Klimaziele im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung zu erreichen und andererseits das Wohnen bezahlbar zu halten.

Klimaziel in Baden-Württemberg: Null Emissionen im Gebäudesektor bis 2040

Mit der Verschärfung des Bundes-Klimaschutzgesetzes im August 2021 wurde das Ziel verankert, eine Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen.

In Baden-Württemberg will die Landesregierung dies sogar noch übertreffen. In der Novelle des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg (KSG BW) im Herbst 2021 wurde festgeschrieben: "Der Treibhausgasausstoß des Landes soll im Vergleich zu den Gesamtemissionen des Jahres 1990 bis 2030 um mindestens 65 Prozent (reduziert werden) und bis 2040 soll über eine schrittweise Minderung Netto-Treibhausgasneutralität („Klimaneutralität“) erreicht sein."

Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft, eine Branche, die üblicherweise in 40-Jahres-Zyklen investiert. Sie kann nur mit fundierten und gut geplanten Klimastrategien gemeistert werden, die allerdings die Unternehmensentwicklung über Jahrzehnte maßgeblich beeinflussen.

Vereinbarkeit Klimaschutz und bezahlbares Wohnen

Dr. Iris Beuerle, vbw-Verbandsdirektorin:

"Eine der größten Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg ist die Erreichung der Klimaneutralität im Gebäudebestand bis 2040.

Zum Erreichen der Klimaziele muss der Fokus dabei auf die CO2-Einsparung statt auf ständig höhere Effizienzstandard gelegt werden. Von der Politik fordern wir, dass regulatorische Rahmenbedingungen angepasst, Technologie-Offenheit sowie Sektorkopplung gewährleistet werden.

Denn wichtig ist: Der Klimaschutz darf die gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen in ihrer Investitonstätigkeit nicht überfordern. Damit bezahlbares Wohnen möglich bleibt!"

Ein Videostatement der Verbandsdirektorin finden Sie hier

European Green Deal

Der „Green Deal“ der Europäischen Kommission ist eine der sechs politischen Leitlinien und Kernstück der neuen „Von-der-Leyen-Kommission“. Mit dem Paket sollen Ziele wie die Klimaneutralität in der Europäischen Union (EU) bis 2050, die Abkopplung des Wirtschaftswachstums von der Ressourcennutzung oder der Schutz des Naturkapitals verfolgt werden. Der Green Deal soll vor allem zum Umdenken in und zu einer Umstrukturierung der Gesellschaft und Wirtschaft führen und ist als neue Wachstumsstrategie der EU gedacht.

Mehr dazu von Dr. Özgür Öner, Leiter des Europabüros beim GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. in seinem Artikel European Green Deal

European Green Deal
Energetische Sanierung

Damit der Gebäudebestand bis 2050 klimaneutral werden kann, müssen energetisches Sanieren und bezahlbares Wohnen in Einklang gebracht werden. Dafür brauchen wir neue Sanierungsprozesse und innovative, in der Breite umsetzbare Konzepte, kombiniert mit stärkenden Impulsen aus der Politik. Ein wichtiger Baustein kann die serielle Sanierung mit vorgefertigten Elementen sein, beispielweise nach dem Energiesprong-Prinzip.

Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) schreibt: Energiesprong revolutioniert den Sanierungsmarkt.

Energiesprong
revolutioniert
den
Sanierungsmarkt
Serielles, modulares Bauen

Der GdW hat mit neun Anbietern Rahmenvereinbarungen für seriellen und modularen Wohnungsbau geschlossen.

Broschüre
zur
GdW-Rahmenvereinbarung